O Gott, ich könnte in eine Nußschale eingesperrt sein und mich für einen König von unermeßlichem Gebiete halten,
wenn nur meine bösen Träume nicht wären.

Sonntag, 11. Mai 2014

Schwarze Gedanken

Manchmal denke ich, dass ich nicht in diese Welt passe. und das Gefühl wird irgendwie immer stärker, je älter ich werde...aber was will man dagegen tun?

Wahrscheinlich nimmt man irgendwann seinen Hut und geht...und kaum jemand bemerkt dass man nicht mehr da ist...und die es am Rande zur Kenntnis nehmen haben einen nach kurzer Zeit vergessen und es wird sein, als wäre man nie da gewesen weil man keine Spuren hinterlässt, denn die einzigen Spuren sind die Narben an seinem Körper und die an seiner Seele...und die nimmt man mit...

Midnight comes closer...und manchmal möchte ich meinen Hals freimachen und auf den Biss warten, der allem ein Ende setzt...auch wenn ich weiss, dass er niemals kommen wird und ein Ende wäre es sowieso nicht sondern der Anfang von etwas, das noch viel trostloser ist als das Leben jemals sein konnte...das wirkliche Ende ist dann, wenn das Licht ausgeschaltet wird nachdem die Putzfrau nochmal feucht durchgewischt hat...ich kann nicht sagen, dass ich mich danach sehne...aber ganz sicher wird es kein Bedauern geben...

Es zieht sich durch mein Leben seit ich mit kaum 12 Jahren im Finstern saß und das Sterben eines Freundes miterlebte...weniger als 1 Meter entfernt und als das Licht kam, kam damit auch das Wissen, wie jemand aussieht, der nach 17 Meter freiem Fall mit dem Kopf auf den Boden knallt.

Und das war eins der Dinge die ich niemals sehen wollte...

Naja...du kennst die Geschichte nicht und das ist auch gut so. Denn nicht nur Angst frisst die Seele auf sondern auch Mitleid.

Ich träume den Traum eines glücklichen Mannes...und weiss schon lange nicht mehr wie es sich anfühlt.

Habe ich es jemals gewusst? Vielleicht nicht. Vielleicht ja und es hat sich nur versteckt zwischen den Erinnerungen an einen endlosen Sommer, an ein tanzendes Mädchen mit lachenden Augen, an den Geruch von Heu in ihren Haaren, an das Gefühl ihrer Brüste an meiner Brust...

Ich verschließe mein Herz...denn das ist alles was mich noch retten kann...

Montag, 28. April 2014

Langeweile

Langeweile ist ja teilweise eine Sache, die nicht als wirklich aufregend bezeichnet werden kann.

Auch wenn man sie verharmlosend umschreiben kann und dann spricht man vom Chillen, von Entspannung, davon in sich gegangen zu sein oder, wenn man ganz hartgesotten ist, von Meditation.

Natürlich ist das alles nichts als Augenwischerei und dient nur einem Zweck.

Nämlich zu verschleiern, dass man ein transusiger Nerd ist, der mit seiner Zeit nichts anzufangen weiss.

Freilich kann es schon der Hype sein, auf einer Bank im Park zu sitzen.

Und wenn man sich dabei noch einen Apfel schält, wird es beinahe zu einem Abenteuer, von dem tagelang erzählt werden kann.

Aber das liegt, wie so vieles, im Ermessen des Apfelschälers und ich will das auch gar nicht lächerlich machen.

Ok...will ich wohl.

Sonntag, 27. April 2014

Weint nicht um mich...

Es regnet...ich sehe aus dem Fenster und frage mich, wer nur so traurig ist, dass der Himmel für ihn weint.

Und denke, dass ich es vielleicht selbst bin und dass es mit der letzten Nacht zu tun hat.

Gegenseitige Offenheit schuf Vertrauen und die übereinstimmenden Interessen erzeugten (hier kann ich nur von mir selbst sprechen) so etwas wie emotionale Nähe trotz großer räumlicher Distanz.

Durch Sachzwänge bedingt eine kurze, schmerzlose, beinahe hastige Verabschiedung und zurück blieb ich mit meinen Gedanken, mit meinen Empfindungen, mit meinen Wünschen (?) die um das Zentrum kreisten...und die schließlich zu etwas wie Leere und Traurigkeit wurden.

Es war nicht an diese Person gekettet, war keine neu entfachte Liebe, keine heiss entflammte Leidenschaft sondern rudimentäre Triebe (?) so als würde ich mich auf einer tieferen Ebene als dem Bewusstsein an etwas erinnern, auf das ich nur einen Finger legen, das ich aber nicht greifen kann.

Memories of places i´ve never been...

Wieder einmal dachte ich mir, dass ich diese Orte niemals (wieder)sehen werde, dass sie nichts als flüchtige Blitze und fernes Donnergrollen in der Nacht bleiben werden.

Ich weiss nicht was das unterm Strich für mich bedeutet, was die logische Konsequenz daraus ist...

Jetzt sind die Gespenster verschwunden, die nächtlichen Gedanken sind mir fremd geworden.

Schade, denke ich...ich habe mich im Kino in den falschen Saal gesetzt.

Aber ich bin frei dorthin zu gehen, wohin auch immer ich gehen will. Auch ins Kino...natürlich.

Und selbst wenn ich diesen Film verpasst habe...es werden ständig neue gedreht.

Yepp...

Samstag, 26. April 2014

Jammerlappen

Meinen kleinen Grippeanfall habe ich weggesteckt wie ein echter Kerl, habe qua-si so gut wie gar nicht gejammert und mir selbst auch nicht mehr leid getan als sonst.

Denn wenn ich mal eins niemals mache, dann ist das mich selbst zu bemitleiden.

Obwohl...

Verdient hätte ich es ja schon und zwar mehr als jeder andere Mensch und vor allem mehr als diese Jammerlappen, die ständig mit weinerlicher Miene herumlaufen und allen und jedem ihr Leid verkünden.

Da triffst du z.B. jemanden beim Einkaufen.

Weil du höflich bist und nicht etwa weil es dich wirklich interessiert, fragst du wie es denn so ginge.

Die Antwort ist dann ein gedehntes "Och joooooooooo..." wozu sich der Gesichtsausdruck simultan in die Länge zieht und den Eindruck vermittelt, der/die Betreffende hätte Verstopfung und am Morgen schlecht gekackt.

Meist begehst du dann den Fehler zu fragen, was denn los wäre, worauf zuerst ein mitleidheischendes "Neeeeeeeee...alles in Ordnung" folgt und dann eine mehr als detaillierte Schilderung dessen, wie übel die Welt dieser bedauernswerten Person mitgespielt hat.

Angefangen vom Ziehen im linken Bein bis hin zu den unfreundlichen Nachbarn und der vergeblichen Suche nach dem Mann/der Frau fürs Leben.

Inzwischen hasst du dieses Weichei wie die Pest und vor allem hasst du dich selbst, weil du mal wieder die Klappe nicht halten konntest.

Während du so tust, als würdest du weiter zuhören, verlieren sich deine Gedanken irgendwo zwischen der angenehmen Vorstellung deiner Faust im Gesicht dieses Warmduschers und der Planung des nächsten Wochenendes.

Wenn du damit durch bist, ist der Punkt erreicht an dem du dich in eine verbale Lücke schiebst und irgendwas Tröstendes sagst, etwa sowas wie: "Na prima, schön dass bei dir alles in Ordnung ist" und lässt sie/ihn da stehen wie einen Schluck lauwarmes Wasser.

Ich finde, es ist ein gutes Gefühl, ein offenes Ohr für die Wehwehchen seiner Mitmenschen zu haben, aber ein noch besseres Gefühl ist, wenn man es nicht hat.

Denn, hat etwa einer dieser Ignoranten Mitleid mit dir?

Eben...




Freitag, 25. April 2014

Sterben

Eines Tages stand Justus vor den Trümmern seines Lebens.

Immer öfter ertappte er sich dabei seinen Tod zu planen.

Er suchte die Orte auf, an denen er immer gerne gewesen war und nahm wehmütig Abschied.

Stundenlang lag er zusammengekauert auf seinem Bett und überlegte sich eine angemessene Methode zu sterben.

Es müsste spektakulär sein, sollte aber auf keinen Fall wehtun.

Ein Sprung vom Hochhaus wäre ganz bestimmt atemberaubend, aber konnte er ganz sicher sein, im Moment des Aufpralls nicht alle Schmerzen des Universums zu verspüren?

Nein, konnte er nicht und deshalb wurde die Hochhaus-Idee erstmal beiseite geschoben, wenn auch noch nicht gänzlich verworfen.

Erhängen?

Auf gar keinen Fall.

Erschießen?

Abgesehen von den Problemen eine Waffe zu besorgen ist sowas auch nie wirklich sicher.

Medikamente...?

Einfach in seinem Bett einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen hatte den Vorteil, dass es vermutlich sehr human und schmerzlos wäre.

Aber irgendwas störte ihn doch bei dem Gedanken, dass es vielleicht wochenlang dauern würde, bis man ihn fand und er mittlerweile aufgedunsen wie ein Ballon wäre und stinken würde wie ein Zombie.

"Gar nicht mal so einfach..." dachte er und amüsierte sich eine Weile mit der Vorstellung, eine Handvoll Viagra zu schlucken und dann solange zu poppen bis er einen Herzkasper bekäme.

Eines Tages lernte er in einer Kneipe eine mehr als finstere Person kennen.

Justus trank mehr Bier als er vertrug und kam irgendwann auf sein Problem zu sprechen.

Sein Gegenüber hörte aufmerksam zu und als Justus geendet hatte, räusperte er sich, dachte kurz nach, räusperte sich nochmal und hatte tatsächlich einen Plan.

"Weisst du was du brauchst? Einen Auftragskiller, einen Profi, der dich irgendwann, ohne dass du weisst, wann es passieren wird, mit einem gezielten Schuss sauber und sicher ins Jenseits befördern wird. Du müsstest keine Angst haben, dass etwas schief gehen könnte, denn solche Leute verstehen ihr Handwerk, du müsstest dir über einen passenden Zeitpunkt keine Gedanken mehr machen. Verstehst du was ich meine?"

Justus nickte.

"Was würde sowas denn kosten?"

Der Fremde nannte seinen Preis und Justus fand es erheblich preiswerter als er geglaubt hatte.

"Soviel habe ich auf meinem Konto. Wenn du kurz warten würdest..."

Eine halbe Stunde später war der Deal perfekt und Justus, überzeugt das Richtige getan zu haben, füllte sich zur Feier des Tages bis zur Halskrause ab.

Komischerweise ging es ihm von da an besser. Die Last der Entscheidung und der Durchführung war ihm abgenommen und Justus bekam beinahe so etwas wie Lebensfreude zurück.

Anfangs fragte er sich noch manchmal, wann es wohl passieren würde, doch nach und nach rückte die Frage immer mehr in den Hintergrund und schließlich war Justus überzeugt, der Fremde hätte sich nur einen bösen Scherz mit ihm erlaubt und ihn um ein paar Tausender geprellt.

Aber sein neues Lebensgefühl war ihm das Geld wert und er sagte sich, dass er vermutlich schon tot wäre, wenn dieser seltsame Fremde ihn nicht vom Selbstmord abgehalten hätte.

Und was Justus nie für möglich gehalten hätte, ein paar Monate nach diesem Kneipengespräch lernte er eine Frau kennen, er verliebte sich und dann kam der Moment, als sie ihm mit geschlossenen Augen ihre Lippen entgegen hielt.

Justus schloss ebenfalls die Augen, und so sah er nicht, dass sich der kleine rote Punkt einer Laserzieleinrichtung über seinen Oberarm bewegte um schließlich an seiner Schläfe zu stoppen.

Es gab ein leises Geräusch, als das Geschoss die Fensterscheibe durchschlug und als sich eine Sekunde später ihre Lippen berührten, war Justus schon so tot wie ein Delfin in einer Thunfischdose.