O Gott, ich könnte in eine Nußschale eingesperrt sein und mich für einen König von unermeßlichem Gebiete halten,
wenn nur meine bösen Träume nicht wären.

Montag, 28. April 2014

Langeweile

Langeweile ist ja teilweise eine Sache, die nicht als wirklich aufregend bezeichnet werden kann.

Auch wenn man sie verharmlosend umschreiben kann und dann spricht man vom Chillen, von Entspannung, davon in sich gegangen zu sein oder, wenn man ganz hartgesotten ist, von Meditation.

Natürlich ist das alles nichts als Augenwischerei und dient nur einem Zweck.

Nämlich zu verschleiern, dass man ein transusiger Nerd ist, der mit seiner Zeit nichts anzufangen weiss.

Freilich kann es schon der Hype sein, auf einer Bank im Park zu sitzen.

Und wenn man sich dabei noch einen Apfel schält, wird es beinahe zu einem Abenteuer, von dem tagelang erzählt werden kann.

Aber das liegt, wie so vieles, im Ermessen des Apfelschälers und ich will das auch gar nicht lächerlich machen.

Ok...will ich wohl.

Sonntag, 27. April 2014

Weint nicht um mich...

Es regnet...ich sehe aus dem Fenster und frage mich, wer nur so traurig ist, dass der Himmel für ihn weint.

Und denke, dass ich es vielleicht selbst bin und dass es mit der letzten Nacht zu tun hat.

Gegenseitige Offenheit schuf Vertrauen und die übereinstimmenden Interessen erzeugten (hier kann ich nur von mir selbst sprechen) so etwas wie emotionale Nähe trotz großer räumlicher Distanz.

Durch Sachzwänge bedingt eine kurze, schmerzlose, beinahe hastige Verabschiedung und zurück blieb ich mit meinen Gedanken, mit meinen Empfindungen, mit meinen Wünschen (?) die um das Zentrum kreisten...und die schließlich zu etwas wie Leere und Traurigkeit wurden.

Es war nicht an diese Person gekettet, war keine neu entfachte Liebe, keine heiss entflammte Leidenschaft sondern rudimentäre Triebe (?) so als würde ich mich auf einer tieferen Ebene als dem Bewusstsein an etwas erinnern, auf das ich nur einen Finger legen, das ich aber nicht greifen kann.

Memories of places i´ve never been...

Wieder einmal dachte ich mir, dass ich diese Orte niemals (wieder)sehen werde, dass sie nichts als flüchtige Blitze und fernes Donnergrollen in der Nacht bleiben werden.

Ich weiss nicht was das unterm Strich für mich bedeutet, was die logische Konsequenz daraus ist...

Jetzt sind die Gespenster verschwunden, die nächtlichen Gedanken sind mir fremd geworden.

Schade, denke ich...ich habe mich im Kino in den falschen Saal gesetzt.

Aber ich bin frei dorthin zu gehen, wohin auch immer ich gehen will. Auch ins Kino...natürlich.

Und selbst wenn ich diesen Film verpasst habe...es werden ständig neue gedreht.

Yepp...

Samstag, 26. April 2014

Jammerlappen

Meinen kleinen Grippeanfall habe ich weggesteckt wie ein echter Kerl, habe qua-si so gut wie gar nicht gejammert und mir selbst auch nicht mehr leid getan als sonst.

Denn wenn ich mal eins niemals mache, dann ist das mich selbst zu bemitleiden.

Obwohl...

Verdient hätte ich es ja schon und zwar mehr als jeder andere Mensch und vor allem mehr als diese Jammerlappen, die ständig mit weinerlicher Miene herumlaufen und allen und jedem ihr Leid verkünden.

Da triffst du z.B. jemanden beim Einkaufen.

Weil du höflich bist und nicht etwa weil es dich wirklich interessiert, fragst du wie es denn so ginge.

Die Antwort ist dann ein gedehntes "Och joooooooooo..." wozu sich der Gesichtsausdruck simultan in die Länge zieht und den Eindruck vermittelt, der/die Betreffende hätte Verstopfung und am Morgen schlecht gekackt.

Meist begehst du dann den Fehler zu fragen, was denn los wäre, worauf zuerst ein mitleidheischendes "Neeeeeeeee...alles in Ordnung" folgt und dann eine mehr als detaillierte Schilderung dessen, wie übel die Welt dieser bedauernswerten Person mitgespielt hat.

Angefangen vom Ziehen im linken Bein bis hin zu den unfreundlichen Nachbarn und der vergeblichen Suche nach dem Mann/der Frau fürs Leben.

Inzwischen hasst du dieses Weichei wie die Pest und vor allem hasst du dich selbst, weil du mal wieder die Klappe nicht halten konntest.

Während du so tust, als würdest du weiter zuhören, verlieren sich deine Gedanken irgendwo zwischen der angenehmen Vorstellung deiner Faust im Gesicht dieses Warmduschers und der Planung des nächsten Wochenendes.

Wenn du damit durch bist, ist der Punkt erreicht an dem du dich in eine verbale Lücke schiebst und irgendwas Tröstendes sagst, etwa sowas wie: "Na prima, schön dass bei dir alles in Ordnung ist" und lässt sie/ihn da stehen wie einen Schluck lauwarmes Wasser.

Ich finde, es ist ein gutes Gefühl, ein offenes Ohr für die Wehwehchen seiner Mitmenschen zu haben, aber ein noch besseres Gefühl ist, wenn man es nicht hat.

Denn, hat etwa einer dieser Ignoranten Mitleid mit dir?

Eben...




Freitag, 25. April 2014

Sterben

Eines Tages stand Justus vor den Trümmern seines Lebens.

Immer öfter ertappte er sich dabei seinen Tod zu planen.

Er suchte die Orte auf, an denen er immer gerne gewesen war und nahm wehmütig Abschied.

Stundenlang lag er zusammengekauert auf seinem Bett und überlegte sich eine angemessene Methode zu sterben.

Es müsste spektakulär sein, sollte aber auf keinen Fall wehtun.

Ein Sprung vom Hochhaus wäre ganz bestimmt atemberaubend, aber konnte er ganz sicher sein, im Moment des Aufpralls nicht alle Schmerzen des Universums zu verspüren?

Nein, konnte er nicht und deshalb wurde die Hochhaus-Idee erstmal beiseite geschoben, wenn auch noch nicht gänzlich verworfen.

Erhängen?

Auf gar keinen Fall.

Erschießen?

Abgesehen von den Problemen eine Waffe zu besorgen ist sowas auch nie wirklich sicher.

Medikamente...?

Einfach in seinem Bett einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen hatte den Vorteil, dass es vermutlich sehr human und schmerzlos wäre.

Aber irgendwas störte ihn doch bei dem Gedanken, dass es vielleicht wochenlang dauern würde, bis man ihn fand und er mittlerweile aufgedunsen wie ein Ballon wäre und stinken würde wie ein Zombie.

"Gar nicht mal so einfach..." dachte er und amüsierte sich eine Weile mit der Vorstellung, eine Handvoll Viagra zu schlucken und dann solange zu poppen bis er einen Herzkasper bekäme.

Eines Tages lernte er in einer Kneipe eine mehr als finstere Person kennen.

Justus trank mehr Bier als er vertrug und kam irgendwann auf sein Problem zu sprechen.

Sein Gegenüber hörte aufmerksam zu und als Justus geendet hatte, räusperte er sich, dachte kurz nach, räusperte sich nochmal und hatte tatsächlich einen Plan.

"Weisst du was du brauchst? Einen Auftragskiller, einen Profi, der dich irgendwann, ohne dass du weisst, wann es passieren wird, mit einem gezielten Schuss sauber und sicher ins Jenseits befördern wird. Du müsstest keine Angst haben, dass etwas schief gehen könnte, denn solche Leute verstehen ihr Handwerk, du müsstest dir über einen passenden Zeitpunkt keine Gedanken mehr machen. Verstehst du was ich meine?"

Justus nickte.

"Was würde sowas denn kosten?"

Der Fremde nannte seinen Preis und Justus fand es erheblich preiswerter als er geglaubt hatte.

"Soviel habe ich auf meinem Konto. Wenn du kurz warten würdest..."

Eine halbe Stunde später war der Deal perfekt und Justus, überzeugt das Richtige getan zu haben, füllte sich zur Feier des Tages bis zur Halskrause ab.

Komischerweise ging es ihm von da an besser. Die Last der Entscheidung und der Durchführung war ihm abgenommen und Justus bekam beinahe so etwas wie Lebensfreude zurück.

Anfangs fragte er sich noch manchmal, wann es wohl passieren würde, doch nach und nach rückte die Frage immer mehr in den Hintergrund und schließlich war Justus überzeugt, der Fremde hätte sich nur einen bösen Scherz mit ihm erlaubt und ihn um ein paar Tausender geprellt.

Aber sein neues Lebensgefühl war ihm das Geld wert und er sagte sich, dass er vermutlich schon tot wäre, wenn dieser seltsame Fremde ihn nicht vom Selbstmord abgehalten hätte.

Und was Justus nie für möglich gehalten hätte, ein paar Monate nach diesem Kneipengespräch lernte er eine Frau kennen, er verliebte sich und dann kam der Moment, als sie ihm mit geschlossenen Augen ihre Lippen entgegen hielt.

Justus schloss ebenfalls die Augen, und so sah er nicht, dass sich der kleine rote Punkt einer Laserzieleinrichtung über seinen Oberarm bewegte um schließlich an seiner Schläfe zu stoppen.

Es gab ein leises Geräusch, als das Geschoss die Fensterscheibe durchschlug und als sich eine Sekunde später ihre Lippen berührten, war Justus schon so tot wie ein Delfin in einer Thunfischdose.

Mittwoch, 23. April 2014

Himmel über Mülheim

Sterne I

Wir saßen nebeneinander, hielten uns an den Händen und sahen in die Sterne.

"Wusstest du, dass das Licht von der Sonne über 8 Minuten zu uns braucht?" fragte sie.

"Quatscho...Minuten..." antwortete ich und zeigte ihr einen Vogel "Es wird erst in 7 oder 8 STUNDEN wieder hell."

Sie setzte zu einer Erklärung an, winkte dann aber ab.

Und dann schwiegen wir für den Rest der Nacht.

Dienstag, 22. April 2014

Nutshell reloaded

Ok...ich habe keine Ahnung was das hier werden wird.

Vielleicht nur eine kleine Spielerei an einem Tag, den ich gut und gerne in die endlose Reihe der Tage verschieben könnte, die ich lieber nicht gelebt hätte.

Vielleicht wird es auch etwas Langlebigeres.

Jetzt geht es nur darum einen ersten Eintrag hinzuschmieren weil ein leerer Blog halt eben leer aussieht.

Den Namen "Nutshell" habe ich bei mir selbst geklaut. Als ich vor 10 (oder mehr) Jahren in die abenteuerliche Welt der Internettagebücher eintauchte, war dieser Name die logische Konsequenz aus...hm...nennen wir es Ereignissen, über die ich die Decke des Schweigens bette.

Der damalige Untertitel, "Tagebuch eines Aussenseiters" würde wohl noch immer passen aber ich möchte nicht zuviele der alten Geister aufwecken.

Einer, und ich glaube der schlimmste von allen, schwebt bereits über mir, und wartet nur darauf, dass ich einen Moment nicht aufpasse, um mich zu packen und wieder in die Dunkelheit zu ziehen...

Und das, wo ich diesem Geist früher einmal ohne zu zögern in die Dunkelheit gefolgt bin. Und ein Teil von mir ist noch immer dort und wird es wohl ewig bleiben.